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Neue Immuntherapien mit 'Checkpoint-Inhibitoren'

München. Vom 10. bis 12. September 2015 werden neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse, Entwicklungen und Behandlungsmethoden in der Dermato-Onkologie beim 25. Deutschen Haut-krebskongress in München präsentiert, der von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) veranstaltet wird. Unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Carola Berking, München, werden aktuelle Erkenntnisse zu vielversprechenden neuen Immuntherapien mit sogenannten 'Checkpoint-Inhibitoren' vorgestellt. Prof. Dr. Ralf Gutzmer, Hannover, gibt dazu erste Einblicke:

„Über sogenannte "Checkpoints" wird die T-Zell-Aktivität herunterreguliert. Das führt dazu, dass eine überschießende Aktivierung des Immunsystems verhindert wird. Gleichzeitig werden dadurch aber auch Immunreaktionen gegen Tumorzellen blockiert. Durch die Kenntnis solcher Checkpoints war es möglich, Substanzen zu entwickeln, sogenannte Checkpoint-Inhibitoren, die hier eingreifen und die Herrunterregulation der T-Zellen verhindern..

Ein erster Checkpoint-Inhibitor, das Ipilimumab, wurde 2011 zur Behandlung von Melanompatienten zugelassen. Er blockiert das Molekül CTLA4. Ipilimumab führt bei etwa 22% der Patienten, die an einer inoperablen Melanomerkrankung leiden, zu einem Langzeitüberleben von mindestens 3 Jahren. Im Jahr 2015 wurden zwei weitere Checkpoint-Inhibitoren zur Behandlung von Melanompatienten zugelassen, welche das PD1-Molekül inhibieren, das Nivolumab und das Pembrolizumab. Beide Substanzen führen in einer Untergruppe von Patienten mit inoperabel metastasiertem Melanom zu einem Ansprechen der Erkrankung von 30-40%, die Dauer des Ansprechens steht noch nicht fest.

Mit den Checkpoint-Inhibitoren ist ein neuer Therapieansatz etabliert worden, der die Behandlung von Patienten mit inoperabler Melanomerkrankung signifikant verbessert. Ob der Einsatz bei Hochrisikopatienten bereits vorbeugend (adjuvant) sinnvoll ist, wird aktuell in klinischen Studien untersucht. Erste Studien konnten zeigen, dass die Kombination von Ipilimumab und Nivolumab die Ansprechraten weiter erhöht, aber auch die Nebenwirkungen verstärkt. Zu den Nebenwirkungen gehören insbesondere überschießende Immunreaktionen, die zu Entzündungen in verschiedenen Organen führen können, wie der Haut (Dermatitis), dem Darm (Colitis), der Lunge (Pneumonitis) und denhormonbildenden Drüsen (Hypophysitis, Thyreoiditis). Daher ist die Kenntnis der Nebenwirkungen und ihrer Behandlung bei dem Einsatz dieser Substanzen wichtig.

Das Melanom ist die erste Tumorerkrankung, bei der Checkpoint-Inhibitoren erfolgreich eingesetzt wurden. Grundsätzlich ist dieses Therapieprinzip aber auch bei anderen Tumoren anwendbar und wird derzeit in einer Vielzahl von Studien untersucht.“

Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm zum ADO Hautkrebskongress in München gibt es unter www.ado-kongress.de.