Aktuelles & Presse

Weniger Strahlenbelastung, mehr Lebensqualität für Kinder: Bildgebung in Kinderrheumatologie und Kinderorthopädie

Stuttgart. Bei der 53. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) e. V. vom 15. bis 17. September 2016 in Stuttgart werden neue Erkenntnisse in der Kinderradiologie vorgestellt. Ein wichtiger Schwerpunkt beim Kongress der internationalen Fachgesellschaft der deutschsprachigen Kinderradiologen liegt in der Bildgebung in Kinderorthopädie und Kinderrheumatologie. Die neuesten Entwicklungen in diesen Fachbereichen bringen vor allem auch Vorteile für die betroffenen Kinder.

Um die bildgebende Diagnostik von Erkrankungen des Bewegungsapparates geht es am ersten Kongresstag. „Davon sind insgesamt sehr viele Kinder betroffen“, betont Tagungspräsidentin Priv.-Doz. Dr. med. Thekla von Kalle, Ärztliche Direktorin des Radiologischen Instituts des Olgahospitals Klinikum Stuttgart, „Sei es, weil sie ein orthopädisches Problem haben oder weil sie an einer Rheumaerkrankung wie der juvenilen idiopathischen Arthritis leiden.“ Sowohl in der Kinderorthopädie als auch in der Kinderrheumatologie sei in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung der Therapiemöglichkeiten festzustellen: „Dazu gehören neue (auch minimalinvasive) Operationstechniken in der Kinderorthopädie genauso wie die neuen immunmodulatorischen Medikamente (sogenannte Biologika) in der Kinderrheumatologie.“

Mit Einführung neuer Therapiekonzepte änderten sich auch die Anforderungen an die Bildgebung: „So hat sich z.B. in den letzten Jahren gezeigt, dass wir speziell zur Früherkennung von Gelenkentzündungen und zum genauen Therapiemonitoring die Unterscheidung geringer entzündlicher Gelenkveränderungen von altersabhängigen Normalbefunden bei Kindern mittels Sonographie und MRT noch genauer erforschen müssen.“

Auch bei der Planung und Verlaufskontrolle kinderorthopädischer Behandlungen und Operationen sei es für die jungen Patienten wichtig, nur so viele radiologische Untersuchungen wie unbedingt nötig und so wenig wie irgendwie möglich über sich ergehen lassen zu müssen, betont die Tagungspräsidentin: „ Wenn wir Mediziner dabei eher an die Reduktion der Strahlenexposition denken, ist es aus Sicht der Kinder vor allem der Gewinn an Lebensqualität.“ Aus diesem Grund sei gerade für Kinderradiologen der interdisziplinäre Austausch über die neuesten Entwicklungen in den anderen Fächern von so großer Bedeutung.

Weitere Tagungsschwerpunkte sind onkologische Leitlinien in der Radiologie, Bildgebung in der HNO und Kardio-MRT bei Kindern sowie die Untersuchung der Lunge von der Fetalzeit bis zur Adoleszenz. Ein weiterer Fokus liegt auf der Pädiatrischen Neuroradiologie mit besonderem Blick auf Fehlbildungen und Hirntumoren. Nicht zuletzt auch die psychosozialen Aspekte beim Umgang mit kranken Kindern und ihren Eltern sind ein wichtiges Tagungsthema.

Alle Informationen sowie das wissenschaftliche Programm finden Sie auf der Kongress-Homepage www.gpr-jahrestagung.de.