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Tagungsschwerpunkt Partikeltherapie: Quantensprung in der Tumorbestrahlung

Marburg. Die 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e. V. findet vom 9.-12. September 2015 an der Philipps-Universität Marburg statt. International renommierte Wissenschaftler tauschen sich über neue Erkenntnisse aus allen Bereichen der Medizinischen Physik aus und diskutieren aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu vielfältigen Themenschwerpunkten - von der Audiologie, den bildgebenden Verfahren der Diagnostik, über Hybridsysteme, Nuklearmedizin bis hin zu Stereotaxie, der bildgesteuerten Strahlentherapie, der Dosimetrie und dem Strahlenschutz. Die Medizinische Physik ist geprägt durch eine starke Anwendungsorientierung und große Anteile translationaler Forschung, doch spielt auch die Grundlagenforschung zunehmend eine Rolle, wie zum Beispiel die neuen Forschungen zu laserbeschleunigten Protonen, zum Phasenkontrast-CT oder der Bildgebung mit magnetischen Nanopartikeln.

„Unsere Marburger Tagung soll all diese Facetten unseres Fachgebietes widerspiegeln und den Rahmen bilden für Diskussionen zwischen den klinisch tätigen Medizinphysikern, unseren Partnern aus der Industrie und den in der Forschung tätigen Kolleginnen und Kollegen“, so die Tagungsleiter Prof. Dr. rer. medic. Martin Fiebich, Technische Hochschule Mittelhessen, Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz, Gießen und Prof. Dr. rer. nat. Klemens Zink, Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz Gießen, Technische Hochschule Mittelhessen und Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Vor dem Hintergrund, dass das Partikelzentrum in Marburg in diesem Jahr den klinischen Betrieb aufnimmt – deutschlandweit ist der Protonen- und Kohlenstoffbeschleuniger in Marburg die zweite Anlage für Patientenbestrahlungen mit Kohlenstoffionen –, ist die Partikeltherapie ein wichtiges Schwerpunktthema der Tagung. Als besonderes Highlight gibt es dazu zwei Vorträge zu Magnetresonanz und Strahlentherapie mit Anti-Protonen in der gemeinsamen Session der DGMP und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) – mit über 64.000 Mitgliedern die weltgrößte Physikalische Gesellschaft. Weitere Schwerpunkte sind die Dosisoptimierung in der Radiologie und das Risikomanagement in Diagnostik und Therapie, bei dem es um die bei der Umsetzung der neuen EU-Richtlinie zum Strahlenschutz mit der Verpflichtung zur Risikoanalyse in der Strahlentherapie geht. Die Tagung wird von einer fachbezogenen Industrieausstellung begleitet.

Ein besonderes Event ist der Schülerschnuppertag am Donnerstag, 10. September 2015. Interessierten Schülern und Lehrern wird bei der kostenlosen Teilnahme an der Jahrestagung ein Übersichtsvortrag zur Medizinischen Physik, Fachvorträge sowie eine von Medizinphysikern begleitete Führung in kleinen Gruppen über die Industrie- und Posterausstellung geboten.

Weitere Informationen zur DGMP-Jahrestagung gibt es auf der Tagungshomepage www.dgmp-kongress.de

Hintergrundinformation zur Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik und zur Tagung:
Die DGMP sieht ihre Aufgabe darin, die Wissenschaft auf dem Gebiet „Medizinische Physik“ einschließlich der medizinischen Technik, insbesondere die Anwendung physikalischer Methoden in der Medizin, zu fördern, die in diesem Bereich tätigen und an seiner wissenschaftlichen Fortentwicklung interessierten Personen zusammenzuschließen und nach außen zu vertreten ,sowie Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses für dieses Gebiet zu schaffen und zu erweitern.

Auf ihrer 46. Jahrestagung in Marburg möchte die DGMP die gesamte thematische Bandbreite sowie die Dynamik und das Potenzial, die der Medizinischen Physik innewohnen, darstellen und präsentieren. Neue Entwicklungen auf den Gebieten der Bildgebung, der therapeutischen Verfahren und Therapiemodalitäten stehen dabei ebenso im Fokus wie Themen aus den Bereichen der Nuklearmedizin, der Audiologie, der Teletherapie sowie dem Strahlenschutz und der Bildverarbeitung.