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Neue Erkenntnisse zu Erkennung, Verhütung und Therapie von Infektionskrankheiten: Mikrobielle Pathogenität

Dresden. Wie lassen sich Infektionskrankheiten erkennen und verhüten und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Zur Diskussion neuer Forschungsergebnisse und aktueller Erkenntnisse treffen sich vom 5. bis 8. Oktober 2014 in Dresden rund 1.600 Mikrobiologen zur deutschlandweit größten Fachkonferenz „Microbiology and Infection“, der 4. Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) e. V. und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) e. V.. Ein wichtiger Tagungsschwerpunkt ist das Thema Mikrobielle Pathogenität.

Forscher der Fachgruppe „Mikrobielle Pathogenität“ der DGHM und VAAM untersuchen, wie Bakterien krank machen und welche Mechanismen sie nutzen, wenn sie so schwerwiegende Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung, Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), Blutvergiftung (Sepsis) oder Tuberkulose verursachen. Ein zentrales Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse für eine Verbesserung therapeutischer und präventiver Maßnahmen zu nutzen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen neben neuen, bislang unbekannten Erregern auch Mikroorganismen, die schon lange als Krankheitserreger gefürchtet wurden, die sich jedoch auf Genom-Ebene verändert haben, wodurch früher wirksame Therapien nicht mehr greifen. Hierbei spielt die enorme Variabilität von Mikroorganismen eine entscheidende Rolle – so können Bakterien sich unter vielfältigen Bedingungen behaupten und rasch an neue Bedingungen anpassen.

Neben extrazellulären Erregern, die z.B. die Schleimhäute der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts besiedeln wie z.B. Staphylococcus aureus, Pneumokokken oder der Magenkeim Helicobacter pylori, gilt das besondere Interesse auch den intrazellulären Erregern, die sich in den Wirtszellen vermehren oder sich von Wirtszelle zu Wirtszelle ausbreiten. Die intrazellulären Erreger wie z.B. der Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis, entkommen damit zunächst dem Abwehrsystem und auch die Antibiotikatherapie wird erschwert.

Antibiotika sind aber auch nicht mehr die Allzweckwaffe bei der Therapie, da eine ansteigende Antibiotikaresistenz bei vielen Erregern wie z.B. Staphylococcus aureus, Enterokokken oder Pneumokokken zu beobachten ist. Einen Schutz vor Infektionen könnten geeignete Impfstoffe darstellen. Jedoch gibt es für viele bakterielle Erreger trotz ihrer großen Bedeutung keine wirksamen Impfstoffe, oder aber der Impfstoff ist nur suboptimal und schützt nicht gegen alle vorhandenen Typen eines Erregers.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Volkhard Kempf, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Klinikum der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Tagungspräsident der DGHM), und Prof. Dr. Gerold Barth, Institut für Mikrobiologie der Technischen Universität Dresden (Tagungspräsident der VAAM), diskutieren vier Tage lang nationale und internationale medizinische Mikrobiologen neueste Ergebnisse zur Erkennung, Verhütung und zur Therapie von Infektionserkrankungen. Weitere wichtige Schwerpunkte sind Lebensmittel- und Krankenhaushygiene, Mikrobiom in Medizin und Natur sowie Mikrobielle Biotechnologie.

Alle Informationen gibt es auf der Kongress-Homepage
www.dghm-vaam-2014.de.