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Komplikationsmanagement, Infektionsprophylaxe und Implantatqualität stehen im Fokus

Berlin. Zum neunten Mal treffen sich Orthopäden und Unfallchirurgen in Berlin zum Endoprothetikkongress vom 18. bis 20. Februar 2016 im Langenbeck-Virchow-Haus, um neueste Entwicklungen ihres Fachbereiches mit dem Schwerpunkt auf dem künstlichen Gelenkersatz zu diskutieren. Im Programm finden sich spannende Themen, wie u.a. Komplikationsmanagement, intraoperatives Röntgen, Infektionsprophylaxe, Versorgungsqualität und gelenkerhaltende Operationsverfahren. Überdies werden natürlich  in den Seminaren die aktuellen Behandlungsstandards bei der Knie- und Hüftgelenks-Endoprothetik vorgestellt und besprochen. 

Insbesondere wird der Fokus auf Problempatienten gelegt und deren Vorbereitung auf Operationen. Zunehmend werden ältere Patienten mit Begleiterkrankungen behandelt, bei denen das Risiko für eine Operation deutlich erhöht ist. Wie können diese Patienten vor der Operation konditioniert werden, um das Risiko zu minimieren? Hierzu gehören die präoperative Therapie bei schlechtem Ernährungszustand des Patienten, vorbestehender Blutarmut oder die verbesserte Einstellung einer Diabetes-Erkrankung. Diese Fragestellungen werden neben vielen anderen ausführlich behandelt.

Weitere Schwerpunkte sind das perioperative Management der Patienten, um Komplikationen zu vermeiden. Auch hier werden interdisziplinäre Lösungsansätze dargestellt, um die Versorgungsqualität zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prophylaxe von Infektionen und deren Diagnostik. Das Screening von Risikopatienten bezüglich multiresistenter Keime bzw. präoperative Waschungen zur Verminderung von Bakterienkontaminationen können das Auftreten periprothetischer Infektionen vermindern. Neue Strategien der Infektionsdiagnostik mit innovativen Tools werden ausführlich mit Vor- und Nachteilen diskutiert. 

Nicht zuletzt steht für die Versorgung der Patienten die Ausbildung des einzelnen Operateurs im Fokus. Hat er mit der von ihm genutzten Prothese Erfahrungen? Ist eine Schulung erfolgt oder einfacher: Brauchen wir einen „Implantatführerschein“? Auch diesen Fragestellungen wird auf dem Kongress ausreichend Raum gegeben, um von hochrangigen Experten diskutiert zu werden.

Mit Blick auf die Zukunft stellt sich sowohl bei Patienten, Ärzten als auch den Kostenträgern die Frage: Wohin geht’s in der Endoprothetik? Themen wie patientenspezifische Implantate, Fast Track Programme zur Verkürzung der Rehabilitation nach Operation und neue Materialien für Prothesen werden vorgestellt und kritisch hinterfragt. Handelt es sich um teure Trends ohne nachweisbare Verbesserung der Qualität oder Entwicklungen, die dem Patienten wirklich helfen? Denn auch dieser hat sich in den vergangen Jahren verändert. Er ist aktiver geworden, bis in das hohe Alter, was erhöhte Anforderungen an die Qualität der Implantate stellt. 

Internationales Flair und Wissen bringen in diesem Jahr die Gastredner Johan Bellemans (Leuven/BE) und Wayne Paprosky (Chicago, Winfield, IL/US) in das Programm. Nach ihren Gastvorträgen werden beide für interaktive Diskussionen zur Verfügung stehen – Johan Bellemans zum Thema "Innovations in Knee Surgery – Problems solved or new ones created?“ sowie Wayne Paprosky im Seminar „Revision Hip Arthroplasty – Picking the Right Implant for the Defect“. 

Zudem gibt es am Kongress-Samstag ein umfangreiches Programm für Physiotherapeuten. Das Interesse der letzten Jahre hatte gezeigt, dass ein stetig steigender Bedarf an Weiterbildung über physiotherapeutische Themen und Problemstellungen da ist. Dem wurde der Endoprothetikkongress mit dem Ausbau dieses Bereiches gerecht, zu dem in diesem Jahr erstmals auch eigene Abstracts eingereicht werden konnten, d.h. also die Physiotherapeuten mit eigenen Erfahrungen aus ihrem Praxisalltag das Programm mitgestalten. 

Erfahren Sie gern mehr über den Endoprothetikkongress und seine Themen unter www.endokongress.de!