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„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“ – Eine spezialisierte Diagnostik durch Kinderradiologen und kinderradiologisch geschulte MTRA hat für sie daher viele Vorteile

Stuttgart. Vom 15. bis 17. September 2016 findet in Stuttgart die 53. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) statt. Die internationale Fachgesellschaft der deutschsprachigen Kinderradiologen organisiert in jedem Jahr eine Tagung, die sowohl dem wissenschaftlichen Austausch unter Experten dient, als auch hervorragende Fortbildungskurse für MTRA (medizinisch-technische Röntgenassistenten) und Ärzte bietet. Zu den Referenten gehören in diesem Jahr international bekannte Spezialisten wie beispielsweise Prof. Dr. med. Stefan Bielack vom Olgahospital - Klinikum Stuttgart, Deutscher Krebspreisträger 2016, oder auch Prof. Dr. Beverley Newman, die Gastrednerin von der Stanford University aus Kalifornien.

Die diesjährige Veranstaltung wird vom Kongressteam des Radiologischen Instituts des Olgahospitals -Klinikum Stuttgart, einer der größten kinderradiologischen Abteilungen in Deutschland, organisiert. Tagungspräsidentin ist die Ärztliche Direktorin des Instituts, Frau Priv.-Doz. Dr. med. Thekla von Kalle.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, sagt die Tagungspräsidentin PD Dr. med Thekla von Kalle. Ein gebrochener Fuß, ein verschlucktes Centstück, ein gequetschter Finger – mit solchen und ähnlichen Unfällen bringen Eltern ihre Kinder ins Krankenhaus. Die Kleinen weinen, haben Angst, zappeln. Kinderradiologen und MTRA müssen auf die speziellen Bedürfnisse ihrer kleinen Patienten eingehen. Diagnosen müssen rasch und mit möglichst geringer Strahlenbelastung gestellt werden. Die Anforderungen an das Fachpersonal sind hoch, sowohl was den medizinisch-technischen Teil als auch den psychosozialen Aspekt angeht. Und um dem Wohl des Kindes gerecht zu werden, müssen Ärzte, MTRAs und Eltern auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Gleichzeitig mit neuen, oft lebensrettenden diagnostischen Möglichkeiten ist die Strahlenexposition der Bevölkerung durch medizinische Diagnostik in den letzten Jahren weiter gestiegen. Da Röntgenstrahlen für Kinder ein wesentlich höheres Risiko darstellen als für Erwachsene, spielt der Strahlenschutz für sie eine besonders wichtige Rolle. Kinderradiologen durchlaufen eine dreijährige Zusatzausbildung zur Facharztweiterbildung Radiologie. Darin erwerben sie Wissen und Erfahrung über Untersuchungstechniken mit geringst möglicher Strahlendosis und über die besonderen, altersabhängig sehr unterschiedlichen Krankheitsbilder der kleinen Patienten. Bevorzugt werden Methoden ohne Röntgenstrahlen wie Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Eine weitere wichtige und interessante Aufgabe der Kinderradiologie ist ihre Schnittstellenfunktion zwischen den verschiedenen klinischen Disziplinen einer Kinderklinik. Denn die Mediziner in Chirurgie und Orthopädie, Onkologie und Rheumatologie, Pulmonologie und Neonatologie sowie Neuropädiatrie und HNO-Abteilung sind bei der Behandlung der kleinen Patienten auf die speziellen Erkenntnisse aus Ultraschall, Röntgenuntersuchungen, MRT und Computertomographie (CT) angewiesen.

Tagungsschwerpunkte in Stuttgart sind onkologische Leitlinien in der Radiologie, Bildgebung in Kinderorthopädie und Kinderrheumatologie, Bildgebung in der HNO und Kardio-MRT bei Kindern, sowie die Untersuchung der Lunge von der Fetalzeit bis zur Adoleszenz. Ein weiterer Fokus liegt auf der Pädiatrischen Neuroradiologie mit besonderem Blick auf Fehlbildungen und Hirntumoren. Nicht zuletzt geht es auch um psychosoziale Aspekte beim Umgang mit kranken Kindern und deren Eltern.

Alle Informationen sowie das wissenschaftliche Programm finden Sie auf der Kongress-Homepage www.gpr-jahrestagung.de.