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Infektionsprävention und Hygiene – durchgehend ein Kongressthema

Münster/Westfalen. Das aktuelle Thema Infektionsprävention – insbesondere auch im Krankenhaus – wird ein wichtiger Schwerpunkt der 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) e. V. vom 27. bis 30. September 2015 in Münster. Die Diskussion dieses Themas war in den letzten Jahren oft dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Personen oder Gesellschaften eine stärkere Kontrolle von Ärzten und Krankenhäusern durch den öffentlichen Gesundheitsdienst gefordert haben – beispielsweise durch erweiterte Meldepflichten. Die DGHM möchte auf Ihrem Kongress in Münster darstellen, dass Infektionsprävention wesentlich mehr beinhaltet als neue Vorgaben und Meldepflichten.

Für Maßnahmen zur Infektionsprävention gilt – wie für Therapien in anderen medizinischen Fachgebieten auch –, dass diese unter den Regeln der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auch kontrovers diskutiert werden dürfen und sollen. Aktuelle offene Fragen betreffen beispielsweise das Screening auf multiresistente Gram-negative Erreger und die Relevanz von Erregernachweisen bei Patienten oder im Patientenumfeld auf nachfolgende Infektionen bei Patienten. Die Tagung der DGHM führt dabei die mikrobiologisch orientierten Grundlagenforscher und die klinisch orientierten Ärzte – z. B. Hygiene-beauftragte Ärzte aus Krankenhäusern – zusammen und bietet durchgehend Veranstaltungen zu Hygiene und Infektionsprävention.

Dazu werden in knapp 100 wissenschaftlichen Vorträgen neue Daten zur Infektionsepidemiologie und -prävention vorgestellt und diskutiert. Außerdem gibt es Symposien mit Vorträgen zu Krankenhaushygiene und öffentlichem Gesundheitswesen. So wird zum Beispiel eine aktuelle Studie aus Dänemark mit zwei unterschiedlichen Präventionsstrategien gegenüber Infektionen mit MRSA und ESBL-Bildnern vorgestellt, die aufgrund der vielfach resistenten Erreger schwer zu behandeln sind. Eine andere Untersuchung präsentiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Frankreich und Deutschland bei der Kontrolle sogenannter Healthcare Associated Infections (HAI) – Infektionen, die ein Patient im Krankenhaus oder in anderen Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen, Rehabilitationseinrichtungen und Arztpraxen erworben hat.

Ein weiteres Symposium thematisiert, wie die Problematik von Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) in den Medien wahrgenommen wird. Während die zunehmende Antibiotikaresistenz in der Fachöffentlichkeit seit Jahren bekannt ist und einen großen Teil der wissenschaftlichen Arbeit einnimmt, ist dieses Thema in der breiten Öffentlichkeit und in der Politik meist nur im Rahmen von einzelnen Ausbrüchen präsent, wobei einzelne Krankenhäuser am Pranger stehen, aber wenig über die gesamtgesellschaftliche Komponente der Antibiotikaresistenz diskutiert wird. Ein Fachvortrag über die aktuelle Berichterstattung in deutschen Medien untersucht, welche Inhalte dabei im Vordergrund stehen und auf welchen gesellschaftlichen Leveln eine kontroverse Diskussion geführt wird. Thematisiert wird auch der aktuelle Diskurs zwischen Ländern und Bund, ob die Antibiotika-verbrauchsdaten der Tiermastbetriebe auf regionaler Ebene veröffentlicht werden dürfen oder nicht.

Weitere Informationen unter www.dghm-kongress.de.