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Gemeinschaftstagung zur medizinischen Versorgung von Kindern mit lebhaften Diskussionen und aktuellen Erkenntnissen

Dresden. Die gemeinsame Tagung  von 1600 Pädiatrischen Intensivmedizinern und Infektiologen, Neonatologen sowie Kinderanästhesisten ging am 10. Juni 2017 in Dresden mit nahezu 2000 Teilnehmern erfolgreich zu Ende. Drei Tage lang diskutierten die Experten unter dem Motto „Einen Blick über den Tellerrand wagen“ aktuelle Erkenntnisse zur medizinischen Versorgung von Kindern. Dabei hatte die 43. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin e. V. (GNPI), die 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e. V. (DGPI) und die 29. Jahrestagung des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kinderanästhesie der DGAI e. V. (WAKKA) die gemeinsame Intention, sich mit den jeweils anderen Fachdisziplinen intensiv auszutauschen und voneinander zu lernen. „Gemeinsam haben wir  fächer-, berufsgruppen- und sektorenübergreifend diskutiert, wie wir die Versorgung unserer Patienten künftig weiterentwickeln wollen“, so GNPI-Tagungspräsident Prof. Dr. med. Mario Rüdiger, Neonatologie/ Pädiatrische Intensivmedizin, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Uniklinik Dresden.

 

Schwerpunkte des vielseitigen Programms waren unter anderem Fragen der Weiterentwicklungen der  Fächer, Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der stationären Versorgung und die Frage, wie es nach der stationären Behandlung weitergeht. Außerdem wurden aktuelle diagnostische und therapeutische Ansätze, neueste Forschungsergebnisse sowie gesundheitspolitische Überlegungen vorgestellt. Umfassende Interaktionsmöglichkeiten wie „Hot Topics“-Sitzungen per Live-Stream-Übertragung im Internet, ePoster, Online-TED-Abstimmungen, multimediale Fallpräsentation und neue Sitzungsformate erleichterten den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer. 

 

Pädiatrische Infektiologen, Neonatologen, Intensivmediziner und Kinderanästhesisten betonten ihre multiprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit, indem sie aktuelle Themen und Forschungsergebnisse ihrer jeweiligen Fachgebiete gemeinsam diskutierten. „Gerade darin lag der Reiz einer gemeinsamen Tagung mehrerer Fachgesellschaften“, so DGPI-Tagungspräsident Prof. Dr. med. Reinhard Berner, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Dresden. „Es wurde deutlich, dass unterschiedliche Sichtweisen und kontroverse Diskussionen nicht nur konstruktiv und synergistisch zur Innovation und Weiterentwicklung der jeweiligen Fachgebiete beitragen, sondern auch die tägliche klinische und wissenschaftliche Arbeit bereichern. Insbesondere die drängenden Themen von Antibiotika-Resistenzen und Screeninguntersuchungen nach Multiresistenten Erregern auf Intensivstationen konnten außerordentlich konstruktiv diskutiert werden“.

 

 „In interdisziplinären Sitzungen mit aktuellen Themen wie der Frage der perioperativen Morbidität wurden gemeinsam Konzepte erarbeitet, fächer- und berufsgruppenübergreifend die Qualität und Sicherheit der Kinder während ihrer gesamten Behandlung zu optimieren“, so die WAKKA-Tagungspräsidentin Dr. med. Karin Becke, Anästhesie und Intensivmedizin Cnopf´sche Kinderklinik/ Klinik Hallerwiese Nürnberg. Wenn es um Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie (A-I-N-S) ging, sei gerade die Kinderanästhesie eine der zentralen Schnittstellen im perioperativen Gesamtkontext. 

 

Vorträge renommierter Redner aus dem In- und Ausland wie Dr. Tim Eckmanns, Fachgebiet für nosokomiale Infektionen, Surveillance von Antibiotikaresistenz und -verbrauch vom Robert-Koch-Institut (RKI), Prof. Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und die US-amerikanische Zikavirus-Expertin Dr. Karin Nielsen beförderten die Diskussionen und den Austausch aller an der medizinischen Versorgung von Kindern beteiligen Berufsgruppen. 

 

Einer der Höhepunkte war die feierliche Preisverleihung der Wissenschaftspreise der GNPI sowie des Theodor-Escherich-Preises der DGPI. Der 1. Preis der GNPI ging an Dr. Karla Drommelschmidt, Universitätsklinikum Essen für ihre Arbeit "Mesenchymal stem cell-derived extracellular vesicles ameliorate inflammation-induced preterm brain injury". Der 2. Preis wurde Stephanie Hübner, Universitätsklinikum Greifswald für ihre Arbeit "Protective Effects of Fetal Zone Steroids Are Comparable to Estradiol in Hyperoxia-Induced Cell Death of Immature Glia" verliehen und mit dem 3. Preis wurde Dr. Hannes Sallmon, Charité – Universitätsmedizin Berlin, für seine Arbeit "Natural History of Patent Ductus Arteriosus in Very Low Birth Weight Infants after Discharge" geehrt. Der renommierte, mit 20.000 Euro dotierte Theodor-Escherich-Preis  der DGPI ging an Herrn Dr. Roland Elling, Universitätsklinikum Freiburg für sein Forschungsprojekt mit dem Titel  „Untersuchung der molekularen Wirkmechanismen von Glukokortikoiden für die immunmodulative Therapie der Tuberkulose mit Hilfe von CRISPR/Cas9 gene editing“.  

 

Die 44. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin wird gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Neonatologie Mecklenburg-Vorpommern e. V. vom 7. bis 9.6.2018 unter der Leitung von Dr. Dirk M. Olbertz, Prof. Dr. Matthias Heckmann, Milena Münter und Susanne Kreutz in Rostock organisiert. 

Die 45. Jahrestagung der GNPI findet vom 23.-25. Mai 2019 unter Tagungspräsident Prof. Ulrich Thome in Leipzig statt. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Tagungshomepage www.gnpi2018.de und www.gnpi2019.de