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„Gemeinsam sind wir stark“ – Experten diskutieren über Fachgrenzen hinweg neue Erkenntnisse bei der Versorgung brandverletzter Patienten

Berchtesgaden. Unter dem Tagungsmotto „Gemeinsam sind wir stark“ findet die 34. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung vom 13.-16.01.2016  in Berchtesgaden statt. Rund 300 Pflegeexperten, Kinderchirurgen, Plastische Chirurgen und Intensivmediziner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen sich zum interdisziplinären und interprofessionellen Dialog, um sich über neue Erkenntnisse und Entwicklungen im Bereich der Verbrennungsmedizin auszutauschen. „Uns eint mehr als die deutsche Sprache“, so Kongresspräsident Univ.-Prof. Dr. med. Bert Reichert, Ärztlicher Leiter der Universitätsklinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte am Klinikum Nürnberg. „Über ansonsten manchmal und allzu oft trennende Grenzen zwischen Berufsgruppen hinweg und auch unabhängig von fachlicher Zugehörigkeit liegen uns zu allererst unsere Patienten am Herzen, die uns antreiben, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten immer weiter zu entwickeln.“ 

Mit den Schwerpunkten Intensivmedizin, Infektiologie, Rekonstruktion und Rehabilitation soll der interdisziplinäre fachliche und persönliche Austausch der optimalen Versorgung brandverletzter Menschen zugutekommen, um in spezialisierten Zentren ein bestmögliches Behandlungsergebnis,  die möglichst umfassende Rehabilitation der Verletzten zu erzielen. Dazu versuchen die Experten, gemeinsam Standards in der Akut- und in der Spätphase, in der Rekonstruktion und der Rehabilitation zu definieren: „Auch die Komplexität der Probleme sollte uns nicht davon abhalten, hier erste Schritte zu tun“, so Prof. Reichert. „Evidenz ist eine berechtigte Forderung und wir sollten uns im Rahmen unserer Möglichkeiten ihr stetig und konsequent nähern.“ 

Aktuelle Diskussionsthemen sind zum Beispiel der Hautersatz zur Behandlung schwerer Verbrennungen – etwa erste Erfahrungen bei der Behandlung von Gesichtsverbrennungen mit epidermalem Hautersatz aus Hyaluronsäure –, verschiedene Konzepte zur Wundbehandlung wie enzymatisches und chirurgisches Wunddebridement tiefdermaler Verbrennungswunden, neue Studien zur Narbenversorgung sowie neue Forschungsergebnisse, zum Beispiel zur extrakorporalen Stoßwellentherapie. Diskutiert werden außerdem aktuelle Ansätze im Bereich der Verbrennungsbehandlung bei Kindern. Dabei geht es auch um die praktische Qualitätssicherung in der Behandlung brandverletzter Kinder, von der Leitlinie bis zur Zertifizierung. 

Alle Informationen sowie das Programm unter www.dav2016.de.