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Faszinierende Welt der forensischen Wissenschaften: 600 Rechtsmediziner aus aller Welt diskutieren neue Erkenntnisse

Düsseldorf/ Köln.  Eine junge Frau wird tot in ihrer Wohnung gefunden: Wurde sie Opfer Opfer eines Gewaltverbrechens? Wie lässt sich das Geschehen rekonstruieren? Hat der Täter Spuren am Körper des Opfers hinterlassen? Oder wurde sie nicht Opfer einer Gewalttat, sondern starb an den Folgen einer Vergiftung oder einer unerkannten Erkrankung? Rund 18.000 gerichtliche Obduktionen werden jedes Jahr in Deutschland durch Rechtsmedizinerinnen und -mediziner durchgeführt. Jedes Jahr stellen sich in den Ambulanzen rechtsmedizinischer Institute auch hunderte lebende Menschen vor, die Opfer von Gewalt wurden; es geht dabei u.a. um häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung oder Sexualdelikte. 

 

Aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen der Rechtsmedizin stehen im Fokus der 96. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, die gemeinsam mit dem 10. Internationalen Symposium „Advances in Legal Medicine“ (ISALM) vom 11. bis 15. September 2017 stattfinden wird. Unter der gemeinsamen wissenschaftlichen Leitung von  Prof. Dr. Stefanie Ritz-Timme, Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, und Prof. Dr. Markus Rothschild, Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Köln, stellen international renommierte Experten fünf Tage lang neue Erkenntnisse aus den forensischen Wissenschaften vor.

 

Wichtige Tagungsschwerpunkte liegen in aktuellen Entwicklungen  der Forensischen Morphologie, der Klinischen Rechtsmedizin, der Forensischen Genetik und der Forensischen Toxikologie. Weil aktuelle gesellschaftspolitischer Entwicklungen einen zunehmenden Einfluss auf die Aufgaben der Rechtsmedizin haben, wurde als weiterer Schwerpunkt das Thema „Rechtsmedizin in Zeiten der Migration und Flucht“ gewählt. 

 

Die Tagungsbeiträge kommen aus dem gesamten Gebiet der Forensischen Wissenschaften. So geht es in Beiträgen um Methoden zur Einschätzung des Alters von Wunden, die Zuordnung von Wunden zu Tatwerkzeugen, genetische Ursachen plötzlicher Herztodesfälle, die Todeszeitschätzung durch Untersuchung von Maden, die Untersuchung von Massengräbern, Todesfälle durch neue Designerdrogen, Modelle zur Untersuchung der Schusswirkung, Lebensaltersschätzung bei Sportlern, die Sicherheit von Fahrassistenz-Systemen oder die Untersuchung geflüchteter Menschen, die angeben, Opfer von Folter geworden zu sein.

 

Weitere Informationen und das komplette Kongressprogramm gibt es unter www.isalm2017.de