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Aktuellste Informationen in der Versorgung von Brandwunden

Hannover. Vom 16. bis 19.09.2015 findet in Hannover der 16. „European Burns Association Congress“ statt. Die „European Burns Association“ (EBA) richtet diesen sehr wichtigen und international beachteten Kongress in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) aus. „Unser Ziel ist es, uns über die aktuellsten Informationen in der Versorgung von Brandwunden mit renommierten Experten in europäischen Ländern und auch intercontinental auszutauschen“, so Tagungspräsident und Präsident der EBA Professor Dr. Peter M. Vogt, Direktor der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover und Direktor des Schwerbrandverletztenzentrum Niedersachsens.

Tagungsschwerpunkte sind neben der Grundlagenforschung unter anderem die Themenbereiche Akutversorgung, Wiederherstellungstechniken, Hautersatz, Infektionen bei Verbrennungen, Brandnarben und pädiatrische Verbrennungen. Im Fokus stehen weiterhin die Behandlung von Schmerzen, evidenzbasierte Pflege von Verbrennungspatienten und der Umgang mit psychosozialen Aspekte. Außerdem werden Innovationen in der Therapie von Verbrennungsnarben präsentiert.Vor dem Hintergrund der aktuellen Studienlage sollen neue Ansätze zur Datenerfassung vorgestellt werden.

Neben wissenschaftlichen Symposien und Sitzungen mit hochrangigen nationalen und internationalen Experten, sowie Kursen zu speziellen Themenbereichen, steht der Austausch von evidenzbasierter Verbrennungsmedizin im Context alltäglicher Erfahrungen aus der Praxis im Vordergrund. Die Auszeichnung der „Rudy Hermans Lecture“ erhält der renomierte plastische Chirurg Professor Dr. Michele Masellis aus Palermo, Italien und wird den Eröffnungsvortrag „MBC: 30 years of challenge to burns in the mediteerranean area“ halten.

Hintergrund:

1981 wurde die „European Burns Association“ (EBA) als gemeinnützige Vereinigung gegründet. Als europäische und mittlerweile international renommierte Fachgesellschaft können Verbrennungsspezialisten hier ihre Erfahrungen untereinander austauschen und auf dieser Basis Leitlinien, unter Berücksichtigung der aktuellen Studienlage, erarbeiten. Aufgrund ihrer Multidisziplinarität hebt sich die EBA von vielen anderen Fachgesellschaften ab. So finden sich unter den Aktiven Mitgliedern Plastische Chirurgen, Unfallchirurgen, Allgemeinchirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner, Rehabilitationsmediziner, Pädiater, Pflegekräfte, Psychologen, Physiotherapeuten, Brandopfer und viele mehr.

Die EBA versteht sich weniger als Dachverband der nationalen Verbrennungsgesellschaften. Vielmehr werden hier mit breiter Hilfe verschiedene Projekte europaweit angeregt und umgesetzt.

Aktuell ist eine europaweite Verifizierung von Brandverletztenzentren geplant. Ebenso sollen Ausbildungsstandards auf europäischer Ebene zusammengefügt werden. Im Rahmen des Verifizierungsprozess können die einzelnen Zentren sich nach strengen Richtlinien prüfen und als Brandverletztenzentrum durch die EBA anerkennen lassen. Durch diesen Prozess soll gewährleistet werden, daß die Behandlung von Brandverletzten nach allgemein gültigen Richtlinen und Standardisierungen (Standard Operative Procedure) mit entsprechenden Resourcenbereitstellung erfolgt.

Rudy Herman, als einer der Gründungsväter der EBA, hat sich als plastischer Chirurg der Behandlung von Brandverletzten gewidmet. So war er unter anderem maßgeblich an der Entwicklung speziell bearbeiteter Spenderhaut beteiligt. Diese Spenderhaut wird heutzutage weiterhin für Schwerbrandverletzte Patienten in den europäischen Brandverletztenzentren bereitgestellt. Aufgrund seiner vielen Innovationen in der Behandlung von Brandverletzungen ehrt die EBA den 2008 verstorbenen Mediziner durch die "Rudy Hermans Lecture". Der Kongress fand erstmals 1985 in Groningen, NL statt und In einem Turnus von alle 2 Jahren findet im Turnus von 2 Jahren statt und wird 2017 in Barcelona stattfinden.

Alle Informationen sowie das Programm gibt es unter www.eba2015.de.