Grußwort

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

folgt man mancher beängstigenden Schlagzeile in unserer Berufspolitik und Fachjournalen, so könnte man den Eindruck gewinnen, die Chirurgie sei in Gefahr. 

Die „Work-Life-Balance“ sei nicht mehr gegeben, die beruflichen Perspektiven seien unsicher. Im Studium hat die Chirurgie längst nicht mehr den Stellenwert, der ihr zukommt. Die Stellenpläne im modernen Krankenhaus sind dem Kapitalmangel angepasst. 

Die Zukunft der deutschen Chirurgie wird dabei von 3 Faktoren maßgeblich beeinflusst: dem medizinischen Fortschritt, dem Wandel der Gesellschaft und der staatlichen Gesundheitsgesetzgebung. Die Experten sind sich einig, dass allein durch den demographischen Wandel die Leistungsanforderungen und die Leistungsdichte zunehmen werden. Nachwuchs wird also dringend gebraucht. Nur: was tun, um wieder die Besten in unser Fach zu bringen? Oder vielmehr: was tun, um sie dauerhaft zu halten und ihnen eine tragfähige Perspektive zu geben? 

Umfragen zeigen, dass neben einer angemessenen finanziellen Vergütung Aspekte einer guten Aus- und Weiterbildung im Vordergrund stehen. Eine gute Ausbildung kann also mehr denn je zum Motiv werden, diesen spannenden und erfüllenden, gleichzeitig aber anstrengenden Beruf zu ergreifen. Daher haben wir als Motto des diesjährigen TGC-Kongresses „Aus- und Weiterbildung“ gewählt. 

Alle wichtigen Facetten des Themas sollen beleuchtet werden. Wir möchten sie hiermit ganz herzlich nach Jena einladen. Gerade für unsere jüngeren Mitarbeiter soll dieser Kongress ein Forum sein, um ihre Wünsche und Vorstellungen zu thematisieren und zu artikulieren. Werben Sie bitte bei Ihren Mitarbeitern dafür und ermöglichen Sie ihnen die Teilnahme! 

Es sollen auch die ganz Jungen, also Studenten als potentielle Berufsanfänger, mit einbezogen werden. Damit nicht nur die Theorie der Aus- und Weiterbildung erörtert wird, bieten wir zusätzlich eine Reihe von „Hands-On-Kursen“ an, die allen interessierten Assistenzärzten und Studenten offen stehen. Hierfür ist allerdings eine verbindliche und frühzeitige Anmeldung erforderlich. 

Vielleicht kann von dieser Veranstaltung ein Impuls ausgehen, der als Funke auch auf unsere Gesellschaft und die Universitäten überspringt! 

Wir hoffen, mit dieser Themenstellung Ihr Interesse geweckt zu haben und freuen uns auf den Erfahrungsaustausch und spannende Diskussionen! 

Ihr 

Prof. Dr. med. U. Settmacher
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Jena