Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wo der Mensch tätig wird werden Fehler begangen. Nur in wenigen Gebieten haben Fehler so gravierende Auswirkungen, wie in der Medizin und speziell in der Chirurgie.
• Wie schmal ist mitunter der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg einer großen Operation?
• Wie enttäuschend ist die Anastomoseninsuffizienz bei eigentlich guten Voraussetzungen für eine Heilung?
• Wann ist beim Ausbleiben des Therapieerfolges von einem Behandlungsfehler oder gar von einem groben Fehler zu sprechen?
• Wie können bei immer kürzeren Wechsel- und Liegezeiten Verwechslungen wirklich ausgeschlossen werden?
• Wie ermöglichen wir den Kollegen aus unseren Fehlern oder Fast- Fehlern zu lernen?
• Wie gehen wir mit eigenen Fehlern um und wie begutachten wir die Fehler anderer Kollegen?
• Welche Bedeutung haben Leitlinien für unsere Entscheidungen?
• Wie steht es um die Sicherung der Behandlungsqualität?
• Welche Rolle spielen die Haftpflichtversicherungen, haben sie Einfluss auf unsere Fehlerkultur?
Auf diese Fragen wollen wir in den verschiedenen Gebieten der Chirurgie nach Antworten suchen. Der offene und konstruktive Umgang mit geschehenen Fehlern ist ein Garant für die steigende Sicherheitskultur in den chirurgischen Kliniken. Ich hoffe, wir konnten ein ansprechendes Programm für Sie zusammenstellen.
Am Freitag fand ein Workshop zu Naht- und Klammernahtanastomosentechniken statt. Aus der Posterpräsentation und dem Vortragsblock „Junges Forum“ wurden die besten Beiträge prämiert.
Zum Gesellschaftsabend erwartete alle Gäste ein ausgezeichnetes Buffet & angenehme Livemusik. Hier bestand Gelegenheit zu vertiefenden Gesprächen und zur Pflege der Kontakte.
413 Teilnehmer, 51 eingeladene Redner und 26 Industriebeteiligungen stellen wirklich ein stolzes Ergebniss dar.
In diesem Sinne verbleibe ich mit besten Grüßen und wünschen Ihnen alles Gute für 2012.
Ihr
PD Dr. med. Lutz-Dieter Schreiber
1. Vorsitzender der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie
