Nachwort
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zum „24. Internationalen Fortbildungskurs in praktisch-klinischer Diabetologie für Fortgeschrittene“ luden wir Sie herzlich nach Jena ein.
Wie gefährlich ist eigentlich Diabetes? Wer bekommt Folgeerkrankungen und warum? Mit diesen wichtigen Fragen gingen wir auf unserem diesjährigen Fortbildungskurs näher auf Häufigkeit und Ursache von Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie ein.
Anlass, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen, waren fehlerhafte Angaben über die Häufigkeit von Folgeerkrankungen in Leitlinien und Lehrbüchern. Zur Erinnerung: Leitlinien wird eine Häufigkeit der Retinopathie „von bis zu 40%“ bei Manifestation des Diabetes Typ 2 angegeben. Im DMP Nordrhein 2008 sind es 2,6% bei Patienten mit Typ-2 Diabetes und einer Diabetesdauer bis zu 2 Jahren. Wo kommen die Zahlen über diabetische Folgeerkrankungen her? Wie sieht es damit in Deutschland aus? Mit der Hilfe von ausgewiesenen klinischen und epidemiologischen Experten sortierten wir die Fakten. Aus der Grundlagenforschung kamen neue Aspekte zur Genese der Folgeerkrankungen dazu.
Wie jedes Jahr war auch die Behandlung des Diabetes ein wichtiger Punkt in unserem Kurs. Mit einem Ausblick auf die nächste Klasse oraler Antidiabetika, die SGT2 –Hemmer, sowie auf innovative Entwicklungen in der Insulintherapie, machten wir Sie mit Neuentwicklungen bekannt. Das Angebot an Medikamenten für unsere Patienten wird von Jahr zu Jahr größer. Wie oder wer fällt die Entscheidung für einen Wechsel der Präparate oder ein neues Medikament? Wie kann sich der Patient zusätzlich zur Information durch seinen Arzt über seine Medikamente informieren? Außer der Packungsbeilage oder der Apothekenzeitung gibt es jetzt auch das "Handbuch Medikamente" der Stiftung Warentest. Wir besprachen gemeinsam, was es damit auf sich hat. Nach mehrjährigem Prozess liegt nun bald auch wieder eine nationale Leitlinie zur Therapie des Diabetes Typ 2 vor. Die Eckpunkte diskutierten wir sowohl aus der Sicht des Hausarztes, als auch aus der Sicht des Diabetologen mit Ihnen.
Im Laufe des Kurses wurden neben Vorträgen auch verschiedene Seminare mit breit gefächerten Themen für Einsteiger, Fortgeschrittene, für Ärzte und Diabetesberaterinnen angeboten. Sowohl hier, als auch am Gesellschaftsabend war ausreichend Zeit für Ihren gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Mit freundlichen Grüßen aus Jena
Ihr
Ulrich Alfons Müller