NEU: zwei Filme über Jena

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JENA- WEIMAR  - ein Blick auf die Tagungsorte

Die Thüringer Tagungsorte, die „Doppelstadt“ Jena–Weimar, sind ganz im Sinne des Tagungsmottos mit dem Gedanken an Mobilität und Bewegung verbunden. In kaum einer anderen Region haben so viele große Geister etwas bewegt: angefangen bei dem Reformator Martin Luther, dem Maler Lucas Cranach d. Ä. und dem Musiker Johann Sebastian Bach, über die Vertreter der Weimarer Klassik wie Goethe und Schiller, Herder und Wieland und die Philosophen Fichte, Hegel, Schelling bis hin zu den Repräsentanten der Jenaer Frühromantik, wie den Brüdern Schlegel, Novalis, Dorothea Veith und Caroline Schlegel-Schelling.
Das musikalische Weimar des 19. Jahrhunderts wurde durch Franz Liszt geprägt. Friedrich Nietzsche, der Philosoph und Dichter, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Weimar. Henry van de Velde und Walter Gropius stehen für den Beginn der Moderne.

Die Entwicklung Jenas als Ort der Wissenschaften begann mit der Gründung der „Hohen Schule“ 1548 und deren zehn Jahre später folgenden Ernennung zur Universität. Eine Blütezeit erlebte die Universität, als Goethe von 1775 an in seiner Mission als Weimarer Minister durch Veränderungen und Neuerungen der Stadt und der Universität Gestalt gab. Von 1789 bis 1799 wirkte Schiller hier als Professor für Geschichte.

Mit der industriellen Entwicklung in Jena sind Namen wie Abbe, Schott und Zeiss verknüpft. Der aus Weimar kommende Mechaniker Carl Zeiss eröffnete 1846 seine erste Werkstätte in Jena. In Zusammenarbeit mit dem Physiker Ernst Abbe und dem Glaschemiker Otto Schott gelang es erstmalig, mit der Produktion hochwertiger optischer Gläser in Serie zu gehen. Mit dem stetigen Wachstum dieses Unternehmens wuchs auch die Stadt. Von der Zeiss-Stiftung profitierte die Universität beim Bau des neuen Universitätsgebäudes, das 1908 eingeweiht wurde.

Die produktive Verbindung von Technik und Industrie, von Wissenschaft und den schönen Künsten hat eine lange Tradition, die bis heute prägend für Jena ist. 2008 trägt Jena den Titel „Stadt der Wissenschaft“ und feiert mit vielfältigen Veranstaltungen das 450. Universitätsjubiläum.
Seit 1990 ist die Zahl der Studierenden an Fachhochschule und Universität auf ca. 25.000 angestiegen. Neben den Traditionsunternehmen Carl Zeiss Jena, Jenoptik, Schott Jenaer Glas und Jenapharm gibt es viele innovative HighTech-Unternehmen, die weltweit kooperieren und Jenas Ruf als führenden Technologiestandort begründen.

In der DDR wurden die Firmen Carl Zeiss und Jenaer Glas zu einem riesigen Kombinat zusammengeschlossen, das in und um Jena 30.000 Menschen beschäftigte. Durch seine Sozialstruktur – viele hoch qualifizierte Fachkräfte und Studenten – nahm Jena in den 80er Jahren eine Sonderstellung ein. Hier formierte sich eine alternative Szene, aus der heraus sich seit 1983 eine Friedensbewegung entwickelte, deren Aktionen wichtiger Teil des politischen Widerstands waren.

Nur 20 Bahnminuten von Jena entfernt liegt Weimar. In keiner anderen deutschen Stadt konzentriert sich deutsche und europäische Geschichte so sehr wie hier. Zur Zeit der Weimarer Klassik war die Stadt der kulturelle Mittelpunkt Deutschlands. Der immer wieder beschworene „Geist von Weimar“, der sich auf dieses Humanitätsideal bezieht, hat zum Entstehen eines Mythos beigetragen. 1919 tagte die Nationalversammlung in Weimar und verabschiedete die erste demokratische Verfassung für eine einheitliche deutsche Republik. Walter Gropius gründete in der Aufbruchsphase der Weimarer Republik das Bauhaus und verpflichtete international bekannte Künstler wie Feininger, Kandinsky, Moholy-Nagy und Schlemmer als Lehrer. Das Bauhaus konnte an die Traditionen der 1902/07 gegründeten Kunstgewerbeschule von Henry Van de Velde – einem Vertreter des europäischen Jugendstils – anknüpfen. 1919 ging diese Schule im staatlichen Bauhaus auf, das nicht nur Wegbereiter der Architektur des 20. Jahrhunderts, sondern auch zukunftsweisend im Bereich des funktionalen Designs war.
1996 wurden die Bauhaus-Erinnerungsstätten in Weimar und Dessau in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen; 1998 folgte das Gebäudeensemble des „Klassischen Weimar“ unter anderem mit den Wohnhäusern von Goethe und Schiller und der berühmten Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Von seiner großen Vergangenheit ist das andere Weimar nicht zu trennen. Das Bauhaus musste 1925 die Stadt verlassen; 1926 tagte die NSDAP im Theater. Elf Jahre später, 193, wurde auf dem nahe gelegenen Ettersberg eines der ersten Konzentrationslager errichtet: das KZ Buchenwald – ein Ort des Leidens für Zehntausende.

Wenngleich die Wahrung des klassischen Erbes ein Bestandteil des offiziellen Geschichtsbildes der DDR war, begann erst mit der Wende 1989/1990 und der Wahl Weimars zur Europäischen Kulturstadt 1999 eine offene und kritische Auseinandersetzung mit den Licht- und Schattenseiten Weimars.

Gemeinsam repräsentieren Jena und Weimar symbolhaft Deutschlands geistigen, politischen und wirtschaftlichen Aufbruch in die Moderne und stehen in der Gegenwart für eine enge und faszinierende Verbindung von geschichtsträchtiger und intellektueller Vergangenheit, von landschaftlichen Reizen, innovativer und internationaler Forschung und Wirtschaft sowie jungem studentischem Leben.

Entdecken Sie Jena und Weimar!

 
 


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