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30.10.2012

13.-15.09.2012 // Pressemitteilung: 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) und 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC)

Menschlichkeit – ein Grundpfeiler Plastischer Chirurgie

Bremen. Zum ersten Mal war im kleinsten Bundesland, der Hansestadt Bremen, der größte plastisch-chirurgische Verband zu Gast. Die 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) und 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) stand dieses Jahr unter dem Thema „Menschlichkeit“. Vom 13. bis 15. September 2012 informierten sich mehr als 700 Plastische Chirurgen und Fachbesucher – insgesamt über 900 Teilnehmer - im Bremer Congress Center über fachliche Neuigkeiten. 220 wissenschaftliche Vorträge, 153 Poster, zehn Workshops, sieben Lunchsymposien, zwei OP-Kurse, drei Pflege-Symposien und eine „Best-of-Session“ ermöglichten einen intensiven wissenschaftlichen Austausch.

„Menschlichkeit ist die Basis ärztlichen Handelns“, erläuterte Kongresspräsident Prof. C. Can Cedidi das Tagungsmotto. „Wir sind Arzt geworden, um zu heilen. Leider gerät dies heute wegen wirtschaftlicher und organisatorischer Zwänge immer mehr in den Hintergrund. Wenn etwa die Krankenkasse keine Notwendigkeit für einen Eingriff sieht, bin ich in meiner ärztlichen Entscheidungsfreiheit massiv beeinflusst und oft gezwungen, meinen Heilauftrag stark einzuschränken.“ Ein Konflikt, der sich auch in zahlreichen Kongressvorträgen niederschlug, etwa in einem Vortrag zur Finanzierung palliativer Tumor-Defektdeckungen.

„Eine Sensibilisierung für und bewusste Orientierung an menschlichen Idealen – gerade im Gesundheitssystem – erscheint mir heute mehr denn je wichtiger als die an nur wirtschaftlichen Kriterien gemessene Effizienz und Qualifikation von Ärzten, die maximale Ausschöpfung der leidensfähigen Ressource Arzt bzw. die kaufmännisch fokussierte Konkurrenzfähigkeit von medizinischen Institutionen“, äußerte sich der Kongresspräsident schon in seinem Grußwort. So stand passend zum Thema „Menschlichkeit“ in Bremen vor allem die ehrenamtliche Arbeit Plastischer Chirurgen in Entwicklungsländern im Mittelpunkt. Vorträge zu Verbrennungskontrakturen bei Einsätzen der Hilfsorganisation „Interplast-Germany“ oder zu neuen Anforderungen bei der Hilfe in Kriegsgebieten stießen auf großes Interesse. Auch der aktuelle Forschungsstand in der Rekonstruktiven, Ästhetischen, Verbrennungs- und Handchirurgie war Thema zahlreicher Sitzungen.

Der Skandal um fehlerhafte Brustimplantate des Herstellers PIP beschäftigte die Kongressbesucher weiterhin, etwa in einem Vortrag zu auslaufendem Silikon oder zur Aussagekraft bei Ultraschalluntersuchungen von PIP-Implantaten. Ein hochkarätig besetztes Patientenforum unter Leitung von NDR-Moderatorin Vera Cordes gab PIP-Betroffenen und Interessierten parallel zur Jahrestagung die Gelegenheit, Fragen zu Risiken und Handlungs-Möglichkeiten zu stellen. Unter dem Motto: „Implantate – (un)bedenklich? – Folgen und Komplikationen“ standen neben Fachärzten für plastische und ästhetische Chirurgie auch ein Fachanwalt für Medizinrecht sowie weitere Experten und eine betroffene Patientin bei der Podiumsdiskussion zur Verfügung.

Prof. Dr. Peter M. Vogt, bereits seit 2010 Präsident der DGPRÄC, wurde von der Mitgliederversammlung wieder zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt und auch Vizepräsident Prof. Dr. Hans-Eberhard Schaller wurde erneut gewählt. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft folgte dem Kongressmotto und ehrte den „Interplast-Germany“-Gründer Prof. Dr. Gottfried Lemperle für sein langjähriges humanitäres Engagement. 1980 brachte Prof. Lemperle die Interplast-Idee nach Deutschland und gründete eine eigene Sektion. Seitdem reisen die Interplast-Mitglieder Jahr für Jahr auf eigene Kosten in Entwicklungsländer, um vor Ort ehrenamtlich plastisch-chirurgische Eingriffe vorzunehmen, etwa bei Gesichtsfehlbildungen, Verbrennungsnarben oder Kriegsverletzungen. Das gesamte Programm des DGPRÄC-Kongresses finden Sie unter Opens external link in new windowwww.dgpraec-tagung.de.

Pressekontakt für Rückfragen:
Kerstin Aldenhoff
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
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kerstin.aldenhoff(at)conventus.de