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30.10.2012

09.-14.09.2012 // Pressemitteilung: XVIIIth International Pathogenic Neiseria Conference (IPNC)

Neisserien-Forscher aus aller Welt treffen sich in Würzburg. Fortschritte im Kampf gegen Hirnhautentzündung und Tripper.

Würzburg. Epidemiologen, Mikrobiologen, Genom-Experten, Spezialisten für Infektionskrankheiten – zur 18. „International Pathogenic Neisseria Conference“ (IPNC) treffen sich Forscher aus aller Welt vom 9. bis 14. September 2012 in Würzburg zu interdisziplinären Diskussionen auf dem Gebiet der Neisserien-Forschung. Diese Bakterien-Gattung, zu der die Erreger der Gonorrhoe (Tripper), der bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) und Sepsis gehören, ist seit mehr als 30 Jahren
Gegenstand der IPNC. Die Tagung widmet sich neuen Erkenntnissen der Grundlagenforschung, setzt aber auch Schwerpunkte bei Erkenntnissen der Ausbreitung von Gonokokken-Stämmen, die gegen viele Antibiotika resistent sind, sowie zur Entwicklung neuer Impfstoffe gegen Meningokokken.

Meningokokken, die Erreger der Hirnhautentzündung bei Kindern und Jugendlichen, verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion und haben sich darauf spezialisiert, die Schleimhaut im Rachen-Nasenraum zu besiedeln. Durch die Blut-Hirn-Schranke können Meningokokken ins zentrale Nervensystem vordringen und dort eine Hirnhautentzündung hervorrufen. Besonders häufig tritt die Infektion im
sogenannten Menningitis-Gürtel in Afrika auf. Südlich der Sahara, von Senegal bis Äthiopien, kommt es regelmäßig zu verheerenden Epidemien.

Mit dem neuen Impfstoff „MenAfriVac“ wird versucht, die Krankheit in Afrika auszulöschen. Die Entwicklung des Impfstoffes ist ein bisher einmaliges Partnerschaftsmodell zwischen der Weltgesundheits-Organisation WHO und der Non-Profit-Organisation PATH. Mit Unterstützung der „Linda and Bill Gates Foundation“ kostet eine Impfung weniger als 50 Cent (US-Dollar). Bis Ende
letzten Jahres wurden bereits mehr als 20 Millionen Menschen in Burkina Faso, Mali und Niger mit dem Impfstoff „MenAfriVac“ immunisiert. Der Impfschutz für 1- bis 29jährige hält voraussichtlich zehn Jahre an. Die Medizinerin Marie-Pierre Preziosi, die für die WHO arbeitet, wird auf dem IPNCKongress von ihren Erfahrungen aus Afrika und Perspektiven der „MenAfriVac“ berichten. Ein Workshop des Kongresses widmet sich ausschließlich aktuellen Ergebnissen von Forschungsprojekten, die die Impfstoffeinführung begleiten.

Hintergrund:
Meningitis ist eine Entzündung der äußeren Hüllen von Gehirn und Rückenmark. Jeder zehnte Patient, der an einer Meningokokken-Infektion leidet, stirbt in Deutschland wenige Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome. 20 Prozent der Überlebenden behalten neurologische Schäden, werden taub und leiden unter Konzentrationsschwächen. 2009 wurden nach WHO-Angaben in 14 afrikanischen Ländern 88.199 Verdachtsfälle gemeldet mit mindestens 4.050 Todesfällen.

Das gesamte wissenschaftliche Programm finden Sie auf der Kongress-Homepage www.ipnc2012.de. Journalisten sind herzlich eingeladen, sich auf der Tagung über die neuen Forschungsergebnisse zu informieren und darüber zu berichten!

Pressekontakt:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Kerstin Aldenhoff
Tel. 0172 / 3516916
kerstin.aldenhoff(at)conventus.de